Category Archives: etkbooks

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«Also» sprach Zarathustra (etkbooks 050)

Zählung, Dichtung, Diagramme

Friedrich Nietzsche
 
Visualisiert von Hartmut Abendschein
Mit einem Nachwort von Frank Fischer

 
 

“In allen, die Nietzsches «Also sprach Zarathustra» gelesen haben, dürften die adverbial gebrauchten vier Buchstaben ›also‹ vieltönig nachsummen und nachklingen. «Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen», schreibt Nietzsche auch in seiner Selbsterklärungs- und Lebensberatungsschrift «Ecce homo». Da die quantitative Nietzsche-Forschung noch nicht wirklich begonnen hat, prescht Hartmut Abendschein schon mal vor, zählt die Vorkommen, verzeichnet die Vorkommenspositionen des Wörtchens ›also‹ und diagrammatisiert diese mit One-Click-Tools. (…) Diese visuelle Studie zielt auf die Entheiligung und Reästhetisierung eines berüchtigten Textes mit Hilfe statistischen Bestecks und einem darauf beruhenden Missbrauch von Diagrammen. Die zentrale Instanz, die Nietzsche im «Zarathustra» für tot erklärt, hat übrigens auch vier Buchstaben. Das andere four-letter word, das ubiquitäre ›also‹, überlebt hingegen den Text.” (Frank Fischer)

 

Leseprobe (PDF)
„also studies“ (Konstellationen)

 

Oktober 2018, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-50-8, €14 / 17 SFr
Mit zahlreichen farbigen Abb.

 

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Keinzigartiges Lexikon (etkbooks 049)

Keinzigartiges Lexikon

Giuliano Musio / Manuel Kämpfer
Mit einem Nachwort von Armin C. Kälin

 
 

Warum bekommt der Tausendsassa mehr Aufmerksamkeit als der Hundertsassa? Was geschieht bei einer Entletzung, also einer umgekehrten Verletzung? Was führte zum Aussterben des Eichhorns, des furchterregenden Urahns des Eichhörnchens? Und wie lebt ein einzelnes Leut? Dieses Lexikon klärt auf.
Giuliano Musio geht in seinen Wortbildungen von dem Bekannten auf die Suche nach dem Unbekannten, das oft nur eine Kopfdrehung danebenliegt. Ausgangspunkt sind sogenannte unikale Morpheme, wie das »Him« in »Himbeere«. Es sind Wortbestandteile, die nur in einem einzigen Begriff vorkommen. Musio befreit die Wörter aus dieser Einzigartigkeit, indem er ihre heimlichen Verwandten in den Fokus rückt: die Mondschnuppe, den Erdikus und das Dünnicht, kunterschwarzweiß und klitzegroß. Die Illustrationen von Manuel Kämpfer vervollständigen auf schöpferische Weise diese Mängelliste für die Wörter und die Welt. Die Einträge sind nicht nur voller Sprachspiele, Witz und Wahnsinn, sie regen auch dazu an, sich zu fragen, was das Ausgangswort und das neu gefundene eigentlich bedeuten und wie sich das alte durch die Spiegelung mit dem neuen wundersam wandelt.

 

Leseprobe (PDF)

 

Oktober 2018, 122 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-49-2, €16 / 20 SFr
Mit zahlreichen Illustrationen

 

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Visby infra-ordinaire (etkbooks 048)

Visby infra-ordinaire

listen, würfeln, finden
Elisabeth Wandeler-Deck
 
Mit einem Nachwort von Florian Neuner

 
 

Der Text inszeniert und dokumentiert „eine an die psychogeographischen Experimente der Situationisten gemahnende Methode, gewissermaßen einen Keil in die geläufige, wie von selbst funktionierende Praxis zu treiben, mit der wir uns in einer durchschnittlichen europäischen Stadt – sei es in Winterthur, in Budweis oder eben in Visby – aufgrund unseres Vorwissens und unserer Erfahrung meist mühelos orientieren können. Eine gerade Augenzahl bedeutet: nach rechts abbiegen; eine ungerade nach links. Mit einem Würfelwurf wird auch bestimmt, wieviele Blöcke man der Straße zu folgen hat. Ist der neue Standort dann erreicht, geht es um »Materialgewinnung«; Notizen und Photos werden gemacht, mit Klängen und mit Text improvisiert. Oder ein »Würfelgedicht« entsteht.“ (Florian Neuner)

 

Leseprobe (PDF)

 

März 2018, 120 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-48-5, €16 / 20 SFr
Mit durchgängigem Farbtext
 
Erratum: S. 97-101, „9“ lies „1“
 

Lesung aus Visby infra-ordinaire in der Stadt- und Kantonsbibliothek Zug, 2. Juni 2018

Präsentation zusammen mit Margrit Schenker, Akkordeon, und einer Bildstrecke „Visby, gewürfelt“ im Atelier SU, Forchstrasse 130, 8032 Zürich, 17 Uhr, 9. September 2018

Rez. von Eva Jancak in Literaturgeflüster, 3. Mai 2018

„Der fragmentarische wie fragmentierte Text wird so von Tag zu Tag fortgeschrieben. Das Wort «Rand» beispielsweise überdauert die erste Nacht und wird am 26. Juli weiter variiert. Am selben Tag fällt der Autorin auch das Wort «tapfer» ein und «unterbricht mich in ein weiteres Nichtwissen hinein». Diese Tapferkeit ist auch den Leserinnen und Lesern für diesen vielfältig geschichteten Text gewünscht, der einen Stadtaufenthalt dokumentiert und zugleich die Bedingungen des eigenen Schreibens mitreflektiert. Das muss nicht, kann aber ein grosses Vergnügen bereiten, die Neugier auf eine literarisches Experiment vorausgesetzt.“ Beat Mazenauer in: Poetische Experimente 2018, viceversa, 17. Juli 2018

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Fehlversuche (etkbooks 047)

Fehlversuche

Kein Kinderbuch
Elke Heinemann

 

Marillenlikör, Eierlikör und vor allem zu viel Jägermeister trinkt die Mutter der sechsjährigen Elisa Mitte der 1960er Jahre Nacht für Nacht, bevor sie zu einer lautstarken Maria-Callas-Imitation anhebt, während der Vater auf einer scheinbar endlosen Dienstreise das familiäre Drama ignoriert. Das Kind erfindet für sich die Zwillingsschwester Alise und beginnt, in der dritten Person Singular seine „wahre Geschichte“ zu schreiben, die es in der Ich-Form beenden kann, als es kein Kind mehr ist. Sarkasmus und Ironie, sprachliche Verdichtungen und metaphorische Verschiebungen zeichnen die Prosa von „Fehlversuche“ aus: Ein Buch über ein Kind, das explizit kein Kinderbuch ist.

 

Leseprobe (PDF)

 

Feb./März 2018, 118 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-47-8, €16 / 20 SFr

 

Auszug in: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 38 (Dezember 2017/Januar 2018) Zeno

Lesung  in Auszügen. WDR 3 Lesezeichen: 20.-24.11.2017, 14.45 – 15 Uhr + WDR 3 Lesung: 25.11.2017, 15.04 -16 Uhr WDR-Lesung

Lesung  in Auszügen. NDR Kultur, „Am Morgen vorgelesen/Das erste Mal“, 8.30 – 9 Uhr, 01.07.2017 NDR-Lesung

„Synthetik und Vorbild“. Entre nous, Elke Heinemann! Telegramme, April 2018

„Aufhäufle“, In: Der Hotlistblog, 10. Mai 2018

„Was „Fehlversuche“ ist, ist eine Überraschung. Unabhängig von den Spezifika der Handlung von Kind-versus-Milieu bietet uns Elke Heinemann einen Anlass, darüber nachzudenken, ob wir es da mit einem literarischen Ausweis der Wiederkehr überwunden geglaubter gesellschaftlicher Zustände – nein: überwunden geglaubter gesellschaftlicher Sprachen über Zustände – zu tun haben (über die dann angemessener Weise in einer Fortschreibung der historisch korrekt beizuordnenden literarischen Form zu reden wäre), oder mit einer (sagen wir ohne bösen Willen:) Formstudie.“ Stefan Schmitzer in Fixpoetry, 4. Juni 2018

„Ein sarkastischer Text, bei dem es mich manchmal fror.“ hk in: P.S., 15. Juni 2018

„Die Kraft der Literatur besteht auch darin, Menschen in Elend und Ausweglosigkeit eine Sprache zu geben. Sie kann Leid vielleicht nicht lindern. Vielleicht aber doch. Auch davon erzählt dieses Buch. Am Ende steht Elisa, inzwischen längst eine erwachsene Frau, am Totenbett ihrer Mutter. Da vollzieht sich in ihr eine wundersame Verwandlung. Mehr wird nicht verraten. Aber Leser wissen dann, dass der beschwerliche Lektüreweg sich mehr als gelohnt hat.“ „Fehlversuche“ vorgestellt von Joachim Dicks, NDR Kultur, Neue Bücher, 25. Juli 2018