Category Archives: etkbooks

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Knoten und Bäuche (etkbooks 065)

Knoten und Bäuche

Jasmin Meerhoff
 
Mit Anmerkungen der Autorin
 
Ein Cut-Paste-Verfahren macht digitalisierte Buchseiten und Teile davon zu Schwemmen, Wölbungen und löchrigen Texturen. Alles in diesem Buch ist Produkt einer teilautomatisierten Wiederaufbereitungsanlage, der Texte von Sigmund Freud, Heinrich Hertz und Karl Marx zugeführt wurden. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm für die Kommandozeile wurden Seiten in Viertel und Dreizehntel zerschnitten und ein Halbsatz bis auf die Größe eines halben Buchstabens hundertfach ausgestanzt. Die Schnittkanten sind gerade, das Schriftbild bleibt erhalten. Beim Zusammensetzen reihen sich Streifen und Schnipsel wieder auf Zeilen ein und suchen hier Anschluss. Versuch dieses Otzen im Hypnogeschirr.
 
Leseprobe (PDF)
 

März 2022, 84 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-65-2, €13 / 15 SFr
 

„Head lädt Knoten und Bäuche“. Psychedelische Buchpräsentation im Radio Dreyeckland, 18.03.2022

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texere [weben] (etkbooks 064)

texere [weben]

Sebastian Winkler
 
Mit einem Nachwort von Christina Irrgang
 
Sebastian Winkler ist Künstler, Schriftsteller und Kurator. Der vorliegende Band versammelt eine Auswahl seiner poetischen Arbeiten der letzten zehn Jahre. Konzeptuell eng verwandt sind Winklers Textarbeiten mit seinem künstlerischen Werk, in dem er vertraute Materialien, wie Draht und Textilien, durch verschiedene Transferverfahren in abstrakte Werke überführt. So entstehen zwei- und dreidimensionale Arbeiten und Installationen, die vielschichtige Deutungsmöglichkeiten zulassen. Seine Gedichte, Wort-, und Textkonstellationen stehen unverkennbar in der Tradition der konkreten und visuellen Poesie, deren experimentelle Ansätze der Künstler jedoch nicht imitiert, sondern auf unterschiedliche Art zu neuen Textformen weiterentwickelt. Winkler hinterfragt die klassischen Erwartungen an Sprache und erforscht ihre Möglichkeiten durch Techniken wie Rekombination, Spiegelung und Iteration. Vergleichbar mit der Interpretation seines künstlerischen Werks, lässt der Grad der Abstraktion seiner Textarbeiten eine persönliche Aneignung durch die individuellen Bezüge der Lesenden zu. Dem gemeinsamen lateinischen Wortursprung von Text und Textil folgend, wird der Inhalt in Winklers Arbeiten materiell wie sprachlich zum „Stoff“. In einem beigefügten Index werden Entstehungszeiten, produktionsästhetische Ansätze bzw. Subgenres der einzelnen Dichtungen ausgewiesen.
Christina Irrgang (Dr. phil.) ist Kunst- und Medienwissenschaftlerin sowie Autorin und Musikerin. In ihrer Arbeit als freie Autorin legt sie einen Schwerpunkt auf Techniken demokratischer Kommunikation und Gesprächsführung, die oftmals auf Sprachspielen basieren und ihrerseits konzeptuelle Dialoge herausformen.

 
Leseprobe (PDF)
 

März 2022, 126 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-64-5, €16 / 18 SFr

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Hartmann (etkbooks 063)

Hartmann

Hartmut Abendschein
 
Stempelroman
Mit einigen Nachbemerkungen des Autors
 
Ist das ein Roman? Ein visuelles Langgedicht oder Epos? Eine nostalgische Assemblage oder Collage? Eine undurchsichtige Konstellation? Ein konzeptuelles Textwerk? Vielleicht von allem ein bisschen. “Hartmann”, so der Titel dieser Arbeit (und auch der Name des Protagonisten), entstand aus einem Stempelkonvolut, das in den Jahren 2014 bis 2017 intensiv angesammelt wurde. Einige hundert gebrauchte Office-Stempel wurden dazu erfasst, dokumentiert, angedruckt, digitalisiert und inventarisiert. „Hartmann“, als letztlich umfangreicher, narrativ aufgebauter Stempeltext, verströmt einiges an Behördenluft. Das ist kein Zufall. Ein im Amtsstubenmilieu spielender, kanonischer Text wurde zuvor stark abstrahiert und mit den so zur Verfügung stehenden Mitteln umgesetzt.
 
„Hartmann“ korrespondiert mit der Ausstellung “office stamps”, die im September 2021 im etkbooks store stattfindet.
 
Leseprobe (PDF)
 

September 2021, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-63-8, €14 / 17 SFr

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Zwangsverwandtschaften (etkbooks 062)

Zwangsverwandtschaften

René Luckhardt
 
Essays
 
 
Ob wir wollen oder nicht, wir sind verwandt. Aber auch wenn wir Wahlverwandtschaften suchen, bei unseren Partner*innen, im Beruf, im Kulturellen, Sexuellen und Sozialen, wirken Gesetzmäßigkeiten, die sich unserem Willen nicht unterordnen werden. Verwandtschaftsgefüge, so könnte die These des Buches lauten, sind immer auch Zwangsverwandtschaften.
In fünf literarisch-theoretischen Essays, die hier erstmalig zusammengefasst erscheinen, untersucht René Luckhardt die Mechanismen des Verwandtseins und des Sich-anverwandtschaftens. Wer meint, Großmutter oder Neffe, beides bislang wenig beachtete Positionen im Familiengefüge, hätten keinen Einfluss in uns, erfährt hier, warum das nicht so ist. Aber auch außerhalb der Familie begegnen uns familienartige Strukturen, deren Verbindlichkeiten nicht selten tiefer in uns greifen, als uns bewusst oder lieb ist. Parallelen zwischen einer prähistorischen Megalithanlage und dem World Wide Web erscheinen trotz des humorvoll-erratischen Schreibstils beängstigend und in ihren Formen grotesk. Luckhardts “Zwangsverwandtschaften” zeigen zudem, dass gendersensibles Schreiben und Denken zu neuen Möglichkeiten führen können, ein Phänomen anders zu begreifen. Besonders deutlich wird das bei der Wandlung des Neffen zur Neff*in, die dann doch etwas ganz anderes ist als die Nichte.

 
Leseprobe (PDF)
 

September 2021, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-62-1, €14 / 17 SFr