Category Archives: etkbooks

etkbooks titel

Hartmann (etkbooks 063)

Hartmann

Hartmut Abendschein
 
Stempelroman
Mit einigen Nachbemerkungen des Autors
 
Ist das ein Roman? Ein visuelles Langgedicht oder Epos? Eine nostalgische Assemblage oder Collage? Eine undurchsichtige Konstellation? Ein konzeptuelles Textwerk? Vielleicht von allem ein bisschen. “Hartmann”, so der Titel dieser Arbeit (und auch der Name des Protagonisten), entstand aus einem Stempelkonvolut, das in den Jahren 2014 bis 2017 intensiv angesammelt wurde. Einige hundert gebrauchte Office-Stempel wurden dazu erfasst, dokumentiert, angedruckt, digitalisiert und inventarisiert. „Hartmann“, als letztlich umfangreicher, narrativ aufgebauter Stempeltext, verströmt einiges an Behördenluft. Das ist kein Zufall. Ein im Amtsstubenmilieu spielender, kanonischer Text wurde zuvor stark abstrahiert und mit den so zur Verfügung stehenden Mitteln umgesetzt.
 
„Hartmann“ korrespondiert mit der Ausstellung “office stamps”, die im September 2021 im etkbooks store stattfindet.
 
Leseprobe (PDF)
 

September 2021, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-63-8, €14 / 17 SFr

etkbooks titel

Zwangsverwandtschaften (etkbooks 062)

Zwangsverwandtschaften

René Luckhardt
 
Essays
 
 
Ob wir wollen oder nicht, wir sind verwandt. Aber auch wenn wir Wahlverwandtschaften suchen, bei unseren Partner*innen, im Beruf, im Kulturellen, Sexuellen und Sozialen, wirken Gesetzmäßigkeiten, die sich unserem Willen nicht unterordnen werden. Verwandtschaftsgefüge, so könnte die These des Buches lauten, sind immer auch Zwangsverwandtschaften.
In fünf literarisch-theoretischen Essays, die hier erstmalig zusammengefasst erscheinen, untersucht René Luckhardt die Mechanismen des Verwandtseins und des Sich-anverwandtschaftens. Wer meint, Großmutter oder Neffe, beides bislang wenig beachtete Positionen im Familiengefüge, hätten keinen Einfluss in uns, erfährt hier, warum das nicht so ist. Aber auch außerhalb der Familie begegnen uns familienartige Strukturen, deren Verbindlichkeiten nicht selten tiefer in uns greifen, als uns bewusst oder lieb ist. Parallelen zwischen einer prähistorischen Megalithanlage und dem World Wide Web erscheinen trotz des humorvoll-erratischen Schreibstils beängstigend und in ihren Formen grotesk. Luckhardts “Zwangsverwandtschaften” zeigen zudem, dass gendersensibles Schreiben und Denken zu neuen Möglichkeiten führen können, ein Phänomen anders zu begreifen. Besonders deutlich wird das bei der Wandlung des Neffen zur Neff*in, die dann doch etwas ganz anderes ist als die Nichte.

 
Leseprobe (PDF)
 

September 2021, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-62-1, €14 / 17 SFr

etkbooks titel

Die Dinge daheim (etkbooks 061)

Die Dinge daheim

Christoph Simon
 
Mit einem Nachwort von Christian de Simoni
 
 
 

Christoph Simons Band kleiner Formen beschäftigt sich mit dem as-if der Objekte. Was wäre, wenn wir das Haus verliessen, heimlich, still und unsichtbar zurückkehrten und dann dem Treiben der wie belebten Dinge daheim beiwohnten, sie beobachteten, ihnen zuhörten? Wir bekämen es mit naheliegenden Anthropomorphismen bzw. Prosopopöien zu tun. Oder gar – wie menschlich – mit Gegenständen in völlig verqueren Situationen oder mit überzogenen Vorstellungen und seltsamen Träumen. Simons Haushalt ist eine kleine Bestandsaufnahme als lebendiges, sprachliches Ökosystem, das sich aus einem Perspektivwechsel ergibt. Begleitet werden die Notate mit Zeichnungen des Autors. Christian de Simonis Nachwort steht diesem konterkarierend und ergänzend gegenüber. Er liest diesen Ansatz unter anderem mit Jean Baudrillards „Das System der Dinge“ (Le Système des Objets) und entbirgt hinter der scheinbaren Schlichtheit der Dinge die grossen Dramen unserer Existenz.

 
Leseprobe (PDF)
 

März 2021, 80 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-61-4, €13 / 15 SFr

 

„Dem Kochtopf fühle ich mich nah“. Regula Fuchs mit Christoph Simon über „Die Dinge daheim“ in Der Bund, 09.03.2021

Buchtipp von Alice Galizia im Kulturbeutel #96, KSB, Kultur statt Bern, 01.03.2021

„Das Leben des Anderen“. Daniel Lüthi über Christoph Simons „Die Dinge daheim“ in zeitnah.ch, 13.03.2021

Kolumne Max Küng: Ich war noch niemals in der Länggasse. In: „Das Magazin“. 20.03.2021

„Was denken unsere Dinge daheim?“ Gisela Feuz im Gespräch mit Christoph Simon in: Radio Rabe, 26.03.2021

„Den Dingen Leben einhauchen.“ Gallus Frei-Tomic in Literaturblatt, 05.04.2021

BuchZeichen, Radio SRF1, 11.05.2021

„Simons etwas mehr als insgesamt 120 Texte sind lakonisch, bisweilen humorvoll, ohne Verbissenheit oder gar »Botschaft«. Es handelt sich um im besten Sinne des Wortes Sprachspiele (…). Zugleich erzeugen sie, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt mit der Lektüre, Duldsamkeit.“ Gregor Keuschnig in Begleitschreiben, 07.06.2021

etkbooks titel

Ludwig & Gertrude (etkbooks 060)

Ludwig & Gertrude

Tine Melzer & Egon Stemle
 
Mit einem Nachwort von Stefan Humbel
 
 
 

Dieses Buch feiert die Lust der Wiederholung der Gertrude Stein und setzt sie in Beziehung zu Ludwig Wittgensteins Hypothese, dass die Bedeutung eines Wortes in seinem Gebrauch liegt. Es enthält deren gemeinsames Vokabular, das gemeinsame Schnittpunkte darstellt, in denen sich zwei Autorschaften – wortwörtlich –  treffen. Als Shared Vocabulary wird der gemeinsame Wortschatz zweier Hauptwerke des österreichisch-britischen Philosophen und der amerikanischen Schriftstellerin, nämlich Tractatus Logico-Philosophicus (1922) und Tender Buttons (1914) visualisiert. Beide Texte wurden mit Hilfe eines Computerprogramms aus dem Bereich komparativer Korpuslinguistik verglichen und zur Überlappung gebracht. Alle Worte, die in beiden Werken vorkommen sind fett, alle anderen, die jeweils nur in einem der beiden Werke vorkommen, sind regulär gesetzt – wobei nicht gekennzeichnet ist, in welchem. 

 
Leseprobe (PDF)
 

März 2021, 120 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-60-7, €15 / 18 SFr