Zwangsverwandtschaften (etkbooks 062) Zwangsverwandtschaften René Luckhardt Essays Ob wir wollen oder nicht, wir sind verwandt. Aber auch wenn wir Wahlverwandtschaften suchen, bei unseren Partner*innen, im Beruf, im Kulturellen, Sexuellen und Sozialen, wirken Gesetzmäßigkeiten, die sich unserem Willen nicht unterordnen werden. Verwandtschaftsgefüge, so könnte die These des Buches lauten, sind immer auch Zwangsverwandtschaften. In fünf literarisch-theoretischen Essays, die hier erstmalig zusammengefasst erscheinen, untersucht René Luckhardt die Mechanismen des Verwandtseins und des Sich-anverwandtschaftens. Wer meint, Großmutter oder Neffe, beides bislang wenig beachtete Positionen im Familiengefüge, hätten keinen Einfluss in uns, erfährt hier, warum das nicht so ist. Aber auch außerhalb der Familie begegnen uns familienartige Strukturen, deren Verbindlichkeiten nicht selten tiefer in uns greifen, als uns bewusst oder lieb ist. Parallelen zwischen einer prähistorischen Megalithanlage und dem World Wide Web erscheinen trotz des humorvoll-erratischen Schreibstils beängstigend und in ihren Formen grotesk. Luckhardts “Zwangsverwandtschaften” zeigen zudem, dass gendersensibles Schreiben und Denken zu neuen Möglichkeiten führen können, ein Phänomen anders zu begreifen. Besonders deutlich wird das bei der Wandlung des Neffen zur Neff*in, die dann doch etwas ganz anderes ist als die Nichte. Leseprobe (PDF) September 2021, 88 S., 19 x 12 cm, Broschur ISBN: 978-3-905846-62-1, €14 / 17 SFr Kategorie: etkbooks titel Schlagwörter: anamorphose, essay, geschlechtergerechte sprache, grossmutter, neffe, verwandtschaft Eintrag: 20210812, lmod.: 20220731 DDC: 306.83 DDCclass: Arten von Verwandtschaftssystemen ISBN, ISSN, DOI: 9783905846621 Digitale Edition: etkbooks.com/?iproduct=8917
Dranmor Dranmor Von Hartmut Abendschein »Es zischt und schmatzt und löst sich auf. Erst in Phasen und seltenen Farben, dann verzieht sich ein Teil nun schwefelnder Lache fluchend wieder nach oben durch den Wandbruch, dorthin, wo er wohl herkam. Für den Kopf des dampfenden Wesens ist es zu spät. Er zerfällt unter lautem Getöse zu Staub und fliesst aufgescheucht durch den Ausguss ab. Zurück bleiben ein paar einzelne Seiten. Nach Verzug des Rauches sind bald Wörter und ganze Sätze darauf erkennbar. Sätze einer Handschrift. Man reibt sich die Augen. Da ist eine Abschrift aus dem Vorwort zur dritten Auflage der Gesammelten Dichtungen.« (Klappentext) Die historische Person Ferdinand Schmid alias Dranmor (1823–1888) ist ein längst vergessener Schweizer/Berner Dichter und Diplomat, der und dessen Werk in diesem Fragment-Roman als Bearbeitungsoberfläche des Ich-Erzählers dient. In der Sekundärliteratur wird Dranmor als »Mann des Übergangs« oder auch als »seltsamer Mann« beschrieben, getrieben von einer großen Lust auf Literatur und fernen Zielen. Geboren in Bern, lebte er einige Zeit in Österreich in k.u.k.-Diensten, um dann im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts nach Brasilien zu reisen, dort Österreich zu vertreten und sich engagiert um die Kolonialisierung bestimmter Landstriche Brasiliens zu bemühen. Seine Bemühungen scheiterten. Er reiste wieder nach Bern zurück, wo er unter mysteriösen Umständen starb. Im Zentrum der Erzählung, die sich in der Gegenwart situiert, steht ein Ich-Erzähler, der Dranmor auf der Spur ist bzw. diesen »ausgraben« will. Die Wahrnehmungen des Erzählers, der sich immer mehr in Vergangenheiten verstrickt und diese klittert, seine Aufzeichnungen, Exzerpierungen, Reflexionen und sein kontinuierlicher Zerfall, der auch mit Dranmors Vita parallel geführt wird, machen diesen Text auch zum Erzählexperiment. Zentrale Motive des Textes sind: das Schreiben und Zur-Sprache-Finden des Erzählers, die Bedeutung von Literatur an sich und die Identifikation mit Vorgängern sowie am Rande: Heimat/Fremde/Exilierung. Dieser Titel aus dem ATHENA Verlag ist im Buchhandel, beim Verlag und im Shop erhältlich. B E S T E L L E N 1. Auflage 2012, 168 Seiten, Format 20 x 12 cm ISBN 978-3-89896-491-3, Broschur, 14,90 €, 21,00 sFr In der ATHENA-Reihe edition exemplum erschien von Hartmut Abendschein auch ”Die Träume meiner Frau” Lesungen aus Dranmor: 17. august 12, bern, “neue berner prosa”, buchvernissage in der “bar 14b” (falkenplatz 14b) // 14. september 12, köln, “Es ist fast gar keine stimmung vorhanden”. lesung zus. mit stan lafleur, kunstraum dellbrück // 27. oktober 12, zürich, 14h, “neue berner prosa” im cabaret voltaire (zürich liest) // 10. november 12, literaturfestival basel, “litblogs.net, rheinsein, taberna kritika” zus. mit stan lafleur … stimmen “Wir sind flexibel” (Zu Hartmut Abenscheins: DRANMOR) in: Gleisbauarbeiten, 11.5.2013 ”Dranmor wird zu einer Inszenierung der Diskrepanz zwischen Sprache und Wirklichkeit, der Unmöglichkeit, von Leben und Identität zu erzählen.” in: Stuttgarter Nachrichten, 04.01.2013 Abendschein schreibt zwar keine Autobiographie. Aber er sucht über die Form eine Nähe zur sich mehr in Auflösung befindlichen, in eine Zwischenwelt abdriftenden Persönlichkeit. in: Begleitschreiben, 25.8.2012 Wo ist bloß dieser Text abgelegt? Kunstvoll erzählt Hartmut Abendscheins »Dranmor« vom Schriftstellerwahnsinn. in: junge Welt, 20.10.2012 sowie in den Kulturnotizen, 08.12.2012 Peggy Neidel über Dranmor. in: Poetenladen, 02.11.2012 „Hätte man nur jemand anderen angefasst und ausgegraben“. in: literaturkritik.de, 07.11.2012 Dranmor Passagen im SALON LITTÉRAIRE / (Part 02) in: in|ad|ae|qu|at, 25.11.2012 “Zur Entstehung” in: taberna kritika “Verführerisch” in: Die Dschungel. Anderswelt. Read More
ONPOS (etkobjects, etkbooks 013) ONPOS. Wörter, die es gar nicht gibt Fritz Michel / Hartmut Abendschein (Hrsg.) Motivserie: Körper Unter Onomatopöien verstehen wir Wörter, die es gar nicht gibt! Onomatopöien imitieren Laute oder Geräusche der allgemeinen Phänomenologie im Sinne physikalischer Vorgänge oder der Materialkunde als grobe Kopien akustischer Realität. Onpos versuchen mit Hilfe der Schrift – häufig Grossbuchstaben mit Ausrufezeichen – einen Laut nachzuahmen und greifen ein in das gesetzlose Gebiet der Wortschöpfungen. (Auswahl auf Grundlage von Ernst J. Havlik: Lexikon der Onomatopöien. Die lautimitierenden Wörter im Comic, Frankfurt a. Main 1981) SET:Dezember 2010, limitierte Sets, beinhaltend: 1 komplette Sammlerbox mit 20 unterschiedlichen ONPOS-Buttons auf Stoffmustern 5 Karten mit ONPOS-Lexemen nach Havlik 1 etkbooks-Button ISBN: 978-3-905846-13-3, €40 / 50 SFr + p&p *** EINZELN: Eine Einzelbestellung enthält: 1 ONPOS-Button 1 Karte mit ONPOS-Lexemen nach Havlik 1 ONPOS-Etui je €3 / 4 SFr +p&p. Optional: mit Angabe des gewünschten ONPOS (Eingabe während Bestellprozess) *** zurück zu novitäten Aus der Reihe: etkobjects ONPOS Models modeln hier ONPOS statten aus: Read More
Die Suche nach dem Glam (etkbooks 046) René Hamann „Alltag der Schriftstellerei: Fortwährender Abgleich von Realität, Leben und Text. Verfassen von Texten über Realität, Leben und andere Texte, Verfassen von Texten zum Abgleich von Realität, Leben und Texten. Texte über Souveränität. Texte über Kalamitäten, Empathie und Notwendigkeit. Vielbücherei. Zaubern können hieße, die eigenen Misanthropien auszuleben. Menschen verwandeln, Erziehung ohne Pädagogik, Verschönerung ohne Nachfrage. Die betuchteren Gebiete der Fantasie. Tatsächlich bekommt das alles etwas sehr Unwirkliches, verglichen mit der Realität.“ Read More